AUTOR

Reinhard Kleindl stammt aus Graz und hat dort Theoretische Elementarteilchenphysik studiert. Er schreibt österreichische Krimis in der Tradition von Autoren wie Thomas Raab oder Georg Haderer.

Kleindls Krimis sind psychologisch, temporeich und haben Sogwirkung. "Figuren weitab von Klischees", "knackige Dialoge", "gut eingesetzte Thriller-Elemente" sind nur einige der genannten Attribute. "Die Sprache ist klar und nüchtern, fast will man Vergleiche mit skandinavischen Krimi-AutorInnen ziehen."
Als Krimiautor entdeckt wurde er von Christine Wiesenhofer. Seine Krimireihe um Chefinspektor Franz Baumgartner erscheint bei Haymon. 2016 war er Stipendiat im Literaturhotel "Wasnerin" in Bad Aussee. "Baumgartner und die Brandstifter" schaffte es in die Bestenlisten von Schwarzer, Der Standard und Morawa. "Baumgartner kann nicht vergessen" war auf diversen Online-Portalen der höchstbewertete deutschsprachige Kriminalroman.

Als Jugendlicher interessierte sich Kleindl für Phantastik: Poe, Blackwood, Le Fanu, Lovecraft, und kam so selbst zum Schreiben. (Von Lovecrafts unterschwelligem Rassismus distanziert sich Kleindl ausdrücklich.) Alfred Kubins "Die andere Seite" hinterließ einen bleibenden Eindruck. Kleindl schrieb viele Jahre lang Science Fiction Kurzgeschichten, die in Magazinen wie Exodus, Nova oder phantastisch! veröffentlicht wurden. (Derzeit ruht die Science Fiction, aber man weiß nie.) Seine Geschichten werden als "Hard" Science Fiction eingestuft und erinnern an Stanislaw Lem.

Aufgrund seiner Unzufriedenheit mit dem Phantastik-Genre und der aktuellen Science Fiction (manche sagen, er wurde langsam erwachsen) sah er sich nach neuen Betätigungsfeldern um und war fasziniert vom Spannungsgenre. Letztlich war es der melancholische Ton Henning Mankells, der ihn überzeugte, Krimis zu schreiben.

Kleindl ist fasziniert von den modernen Naturwissenschaften als Suche nach den Grenzen der menschlichen Erkenntnis. In seiner Schulzeit fesselten ihn Poppers Kritischer Rationalismus und das Induktionsproblem, sowie Relativitätstheorie und Quantenphysik. Die Absage an den Realismus in Letzterer hat ihn dazu bewogen, Physik zu studieren und sich selbst eine Meinung zu bilden. Das ist gelungen: Inzwischen hat Kleindl sein mechanistisch physikalistisches Weltbild aus Jugendtagen über Bord geworfen und zu einem naiven Staunen zurückgefunden.
(Kleindl hat also nicht "Technische Physik" studiert und mag es nicht, wenn man ihn einen Techniker nennt.)

Kleindl arbeitet seit 2006 als freier Wissenschaftsjournalist und schreibt für die "Presse" und "Universum", sowie für "Scilog", das Wissenschaftsmagazin des FWF.
Daneben hat Kleindl einen Namen als Extremsportler. "Slacklinen" ist eine moderne Form des Seiltanzens und wird in Parks, aber auch in ausgesetztem Gelände, etwa zwischen Berggipfeln betrieben. Kleindl war bis 2016 Athlet bei Adidas Outdoor, hat erfolgreich internationale Wettbewerbe bestritten, verschiedene Rekorde aufgestellt und Projekte rund um den Globus realisiert, unter anderem in Malaysia, im Iran, in den Dolomiten und auf einem Wolkenkratzer in Frankfurt. 2014 konnte er mit Lukas Irmler eine Highline über die Victoriafälle in Simbabwe begehen. Mehr dazu unter reinhardkleindl.at
Außerdem ist er begeisterter Sportkletterer und ist Routen bis 8a und Boulder bis 7c geklettert.

Kleindls Lieblingskrimis:
"Der Richter und sein Henker" (Dürrenmatt)
"Die Morde in der Rue Morgue" (Poe)